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Cold Brew selbst machen: Verhältnis, Mahlgrad, Ziehzeit und sichere Aufbewahrung

Cold Brew Schritt für Schritt: Konzentrat oder trinkfertig, Mengen und Mahlgrad, 12 bis 24 Stunden Ziehzeit im Kühlschrank, Filtern, Verdünnen, Haltbarkeit, Japanese Iced Coffee und Rezeptideen.

An heißen Sommertagen ist Cold Brew die schönste Art, Kaffee zu trinken: kühl, weich, mit einer natürlichen Süße und kaum Bitterkeit. Anders als Eiskaffee wird Cold Brew nicht heiß gebrüht und dann abgekühlt, sondern der Kaffee zieht viele Stunden in kaltem Wasser. Dabei lösen sich weniger Säuren und Bitterstoffe, dafür viel Schokoladiges, Nussiges und Süßes. Die Zubereitung ist einfach und braucht kaum Ausrüstung, nur Zeit. Wer abends ansetzt, hat am nächsten Morgen ein Konzentrat, das mehrere Tage reicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für trinkfertigen Cold Brew etwa 60 bis 80 Gramm Kaffee pro Liter Wasser, für ein Konzentrat 100 bis 150 Gramm pro Liter.
  • Grob mahlen, ähnlich wie für die French Press.
  • 12 bis 24 Stunden ziehen lassen, am besten im Kühlschrank.
  • Durch ein Sieb und einen Papierfilter oder ein Tuch filtern.
  • Gekühlt in einem sauberen, verschlossenen Gefäß etwa eine Woche haltbar. Konzentrat vor dem Trinken mit Wasser, Eis oder Milch verdünnen.

Was Cold Brew anders macht

Heißes Wasser löst Aromastoffe, Säuren und Bitterstoffe schnell. Kaltes Wasser löst langsamer und selektiver. Viele Säuren und manche bittere Verbindungen gehen bei niedriger Temperatur kaum in Lösung, während süße und schokoladige Noten gut extrahiert werden. Deshalb schmeckt Cold Brew weicher und runder als heiß gebrühter Kaffee, aber auch weniger lebendig und weniger fruchtig. Wer die helle, blumige Säure eines äthiopischen Kaffees liebt, wird sie im Cold Brew teilweise vermissen.

Die lange Ziehzeit gleicht die geringere Löslichkeit aus. Cold Brew ist deshalb nicht automatisch schwächer. Als Konzentrat angesetzt, enthält er sogar oft mehr Koffein pro Milliliter als normaler Filterkaffee. Wie viel Koffein in welchem Getränk steckt, erklärt Koffein in Kaffee und Tee.

Was du brauchst

  • ein großes Glas oder eine Karaffe, etwa einen Liter
  • ganze Kaffeebohnen und eine Mühle, die grob mahlen kann
  • kaltes, gutes Wasser
  • ein feines Sieb und einen Papierfilter, ein Baumwolltuch oder einen Nussmilchbeutel
  • optional: eine Stempelkanne, mit der Filtern besonders einfach ist, siehe French Press

Es gibt auch spezielle Cold-Brew-Karaffen mit eingebautem Feinfilter. Sie sind praktisch, aber nicht nötig.

Welcher Kaffee eignet sich?

Grundsätzlich jeder. Besonders gut funktionieren Kaffees mit Schokoladen-, Nuss- und Karamellnoten, etwa aus Brasilien, Kolumbien oder Guatemala, in mittlerer Röstung. Fruchtige Naturals aus Äthiopien ergeben einen Cold Brew mit Beerenaroma. Sehr dunkle Röstungen können im Cold Brew schnell rauchig und flach wirken. Cold Brew ist auch eine gute Möglichkeit, Bohnen zu verbrauchen, die schon einige Wochen alt sind.

Verhältnis und Mahlgrad

VarianteKaffee pro Liter WasserVerwendung
Trinkfertig60 bis 80 gpur mit Eis
Konzentrat100 bis 150 g1 zu 1 bis 1 zu 2 mit Wasser oder Milch verdünnen

Mahle grob, ähnlich wie grobes Meersalz. Zu feines Mehl macht das Filtern mühsam, der Kaffee wird trüb und kann bitter werden. Wie du den Mahlgrad an deiner Mühle findest, steht in Mahlgrad richtig einstellen.

Schritt für Schritt

  1. Mahlen: Wiege zum Beispiel 80 Gramm Bohnen für einen Liter trinkfertigen Cold Brew ab und mahle sie grob.
  2. Ansetzen: Gib das Kaffeemehl in das Gefäß und gieße langsam einen Liter kaltes Wasser darüber.
  3. Umrühren: Rühre einmal gründlich um, damit alles Mehl benetzt ist und keine trockenen Klumpen bleiben.
  4. Ziehen lassen: Decke das Gefäß ab und stelle es 12 bis 24 Stunden in den Kühlschrank. 16 Stunden sind ein guter Startwert.
  5. Filtern: Gieße den Kaffee zuerst durch ein grobes Sieb, um den Großteil des Satzes zu entfernen, dann durch einen Papierfilter oder ein Tuch. Bei der Stempelkanne drückst du den Stempel langsam herunter und filterst danach noch einmal fein.
  6. Abfüllen: Fülle den Cold Brew in eine saubere Flasche und stelle ihn in den Kühlschrank.

Ziehzeit anpassen

Schmeckt dein Cold Brew dünn, wässrig oder etwas grün, verlängere die Ziehzeit oder nimm mehr Kaffee. Schmeckt er bitter, holzig oder trocken, verkürze die Zeit oder mahle gröber. Länger als 24 Stunden bringt meist nichts mehr und macht den Kaffee eher holzig.

Bei Raumtemperatur geht die Extraktion schneller, oft reichen 10 bis 14 Stunden. Aus hygienischen Gründen empfehlen wir aber, Cold Brew im Kühlschrank anzusetzen, besonders im Sommer.

Haltbarkeit und Hygiene

Cold Brew wird nicht erhitzt. Damit er sicher bleibt, achte auf Sauberkeit: Spüle Gefäß, Sieb und Flaschen heiß aus, bevor du ansetzt, arbeite mit sauberem Wasser und lagere den fertigen Kaffee immer gekühlt. So hält er sich etwa eine Woche. Riecht er säuerlich, gärig oder ungewohnt, gieß ihn weg. Gib Milch erst beim Servieren dazu, nicht in den Vorrat.

Servieren und Variationen

  • Pur auf Eis: Ein Glas mit Eiswürfeln, Cold Brew darüber, fertig.
  • Mit Milch: Konzentrat 1 zu 1 mit kalter Milch oder Haferdrink, ein Hauch Vanille.
  • Cold Brew Tonic: Ein Glas mit Eis, Tonic Water, eine Zitronen- oder Orangenscheibe und Cold Brew langsam darüber gießen. Erfrischend bitter-süß.
  • Kaffee-Eiswürfel: Cold Brew in Eiswürfelformen einfrieren. So verwässert der Eiskaffee nicht.
  • Im Dessert: Cold-Brew-Konzentrat eignet sich für Tiramisu, Kaffeecreme oder Eis.

Japanese Iced Coffee als Alternative

Wenn du die fruchtige Säure eines hellen Kaffees auch kalt genießen willst, probiere die japanische Methode: Du brühst heißen Kaffee direkt auf Eis. Für eine Tasse nimmst du etwa 20 Gramm Kaffee, 180 Gramm heißes Wasser zum Brühen und 120 Gramm Eis in der Kanne. Der Kaffee wird beim Durchlaufen sofort abgekühlt und behält seine Aromen. Die Grundtechnik kennst du aus Handfilter: Kaffee von Hand aufbrühen. Mahle etwas feiner als für normalen Filterkaffee, weil weniger heißes Wasser durch das Bett läuft.

Cold Brew, Eiskaffee und Iced Latte im Vergleich

Im Café begegnen dir mehrere kalte Kaffeegetränke, die oft verwechselt werden. Sie unterscheiden sich vor allem darin, ob und wie heiß der Kaffee gebrüht wird.

GetränkZubereitungGeschmack
Cold Brewgrob gemahlen, viele Stunden kalt gezogenweich, schokoladig, wenig Säure
Japanese Iced Coffeeheiß gebrüht direkt auf Eisklar, fruchtig, lebendige Säure
Iced LatteEspresso über Eis und kalte Milchcremig, kräftig, kaffeebetont
Eiskaffee nach deutscher Artabgekühlter Kaffee mit Vanilleeis und Sahnesüß, dessertartig

Keine Variante ist besser als die andere. Cold Brew eignet sich zum Vorbereiten, Japanese Iced Coffee für fruchtige Bohnen, der Iced Latte für alle, die ohnehin Espresso zubereiten.

Typische Fehler und ihre Lösung

ProblemWahrscheinliche UrsacheWas hilft
dünn, wässrigzu wenig Kaffee oder zu kurz gezogenmehr Kaffee, Ziehzeit auf 18 bis 20 Stunden verlängern
bitter, holzigzu fein gemahlen oder zu lange gezogengröber mahlen, nach 14 bis 16 Stunden filtern
schlammiger BodensatzFeinanteil aus der Mühlezweimal filtern, Papierfilter verwenden
fade, wenig Aromasehr alte oder sehr dunkle Bohnenfrischere Bohnen in mittlerer Röstung
säuerlicher Geruch nach TagenLagerung zu warm oder Gefäß nicht sauberGefäße heiß ausspülen, immer gekühlt lagern

Häufige Fragen

Ist Cold Brew magenfreundlicher?

Viele Menschen empfinden Cold Brew als milder, weil er weniger Säure schmeckt. Ob er für den einzelnen Magen besser verträglich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wer empfindlich ist, probiert am besten selbst, in kleinen Mengen.

Kann ich Cold Brew erwärmen?

Ja, ein Konzentrat kannst du mit heißem Wasser verdünnen. Er schmeckt dann weich und schokoladig, aber anders als frisch gebrühter Kaffee.

Warum ist mein Cold Brew trüb?

Feine Kaffeeteilchen sind durch das Sieb gelangt. Filtere ein zweites Mal durch Papier und mahle beim nächsten Mal gröber.

Wie viel Cold Brew sollte ich trinken?

Behalte die Koffeinmenge im Blick, besonders beim Konzentrat. Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag als unbedenklich, Schwangere sollten höchstens 200 Milligramm aufnehmen.

Noch eine Tasse?

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