Matcha zubereiten: Usucha, Koicha und Matcha Latte mit Besen, Schale und richtiger Temperatur
Matcha Schritt für Schritt: was Matcha ist, Qualitäten erkennen, Pulver sieben, Wassertemperatur, mit dem Bambusbesen schlagen, dünner und dicker Tee, Matcha Latte, Lagerung und typische Fehler.
Matcha ist anders als jeder andere Tee. Statt Blätter in Wasser ziehen zu lassen und wieder herauszunehmen, wird das ganze Blatt als feines Pulver in Wasser aufgeschlagen und mitgetrunken. Das Ergebnis ist leuchtend grün, mit einem samtigen Schaum, einem tiefen, süß-herben Geschmack und einer intensiven Umami-Note, die an frisches Gemüse und Meer erinnert. In Japan ist Matcha seit Jahrhunderten das Herzstück der Teezeremonie. Heute findet man ihn auch in Lattes, Desserts und Gebäck. Die Zubereitung ist einfach, wenn du ein paar Grundregeln kennst. Dieser Ratgeber zeigt, wie du einen guten Matcha schlägst und woran du gute Qualität erkennst.
Das Wichtigste in Kürze
- Matcha ist fein vermahlener, beschatteter Grüntee aus Tencha-Blättern. Du trinkst das ganze Blatt.
- Für eine Schale Usucha (dünner Tee) etwa 2 Gramm Matcha mit 60 bis 80 Milliliter Wasser von 70 bis 80 Grad.
- Das Pulver vorher sieben, damit keine Klumpen entstehen.
- Mit dem Bambusbesen zügig in Zickzack- oder M-Bewegungen schlagen, bis feiner Schaum entsteht.
- Matcha ist empfindlich: luftdicht, dunkel, kühl lagern und nach dem Öffnen innerhalb weniger Wochen verbrauchen.
Was Matcha ist
Für Matcha werden Teepflanzen einige Wochen vor der Ernte beschattet. Weniger Licht führt dazu, dass die Blätter mehr Chlorophyll und mehr der Aminosäure L-Theanin bilden. Daher kommen die leuchtend grüne Farbe und der süße, vollmundige Umami-Geschmack. Nach der Ernte werden die Blätter gedämpft, getrocknet, von Stielen und Blattadern befreit und dann Tencha genannt. Traditionell wird Tencha in Steinmühlen langsam zu einem sehr feinen Pulver vermahlen.
Andere japanische Grüntees wie Sencha werden dagegen gerollt und aufgegossen. Mehr zu den Unterschieden steht in Grüner Tee: Sorten aus Japan und China.
Qualitäten erkennen
Im Handel gibt es Matcha in sehr unterschiedlicher Qualität. Begriffe wie „Ceremonial“ oder „Culinary“ sind keine geschützten Bezeichnungen, sie geben aber eine grobe Richtung vor.
| Merkmal | Hochwertiger Matcha | Einfacher Matcha |
|---|---|---|
| Farbe | leuchtend jadegrün | olivgrün, gelblich, bräunlich |
| Duft | frisch, süß, grasig, nach Seetang | flach, heuartig, staubig |
| Geschmack pur | süß, cremig, Umami, sanfte Herbe | bitter, herb, wenig Süße |
| Textur | sehr fein wie Puder | etwas gröber |
| Verwendung | pur als Usucha oder Koicha | für Latte, Backen, Smoothies |
Für Latte und Gebäck reicht ein einfacherer Matcha, weil Milch und Zucker die Herbe ausgleichen. Pur getrunken lohnt sich eine bessere Qualität.
Die Ausrüstung
- Chawan: eine breite Teeschale, in der du gut schlagen kannst. Eine Müslischale geht zur Not auch.
- Chasen: ein Bambusbesen mit vielen feinen Borsten. Er ist das wichtigste Werkzeug für guten Schaum.
- Chashaku: ein Bambuslöffel. Zwei gehäufte Löffel entsprechen etwa 2 Gramm.
- Feines Sieb: zum Sieben des Pulvers.
- Optional: ein Halter für den Besen, damit er nach dem Trocknen seine Form behält.
Usucha: dünner Matcha Schritt für Schritt
- Wasser vorbereiten: Koche Wasser auf und lass es auf 70 bis 80 Grad abkühlen. Zu heißes Wasser macht Matcha bitter.
- Schale und Besen vorwärmen: Gieße etwas heißes Wasser in die Schale und tauche den Besen hinein. So werden die Borsten weich und biegsam. Gieße das Wasser weg und trockne die Schale ab.
- Sieben: Siebe etwa 2 Gramm Matcha in die Schale.
- Wasser zugeben: Gieße 60 bis 80 Milliliter Wasser dazu.
- Schlagen: Halte die Schale mit einer Hand fest, den Besen locker mit der anderen. Schlage aus dem Handgelenk zügig in einer Zickzack- oder M-Bewegung hin und her, nicht im Kreis, und ohne mit den Borsten fest den Boden zu kratzen. Nach etwa 15 bis 20 Sekunden entsteht ein feiner, heller Schaum.
- Feinschliff: Bewege den Besen zum Schluss langsam an der Oberfläche, um große Blasen aufzulösen, und hebe ihn in der Mitte heraus.
- Sofort trinken: Matcha setzt sich schnell ab. Trinke ihn in einigen Zügen.
Koicha: dicker Matcha
Koicha ist die konzentrierte Form, die bei der formellen Teezeremonie gereicht wird. Du nimmst etwa doppelt so viel Matcha, rund 3,5 bis 4 Gramm, und nur 30 bis 40 Milliliter Wasser. Statt zu schlagen, knetest du den Tee mit langsamen, kreisenden Bewegungen, bis eine glänzende, dickflüssige Paste ohne Schaum entsteht. Für Koicha braucht es einen sehr hochwertigen, süßen Matcha, denn jede Bitterkeit wird verstärkt.
Matcha Latte
- Siebe 2 Gramm Matcha in eine Schale oder einen Becher.
- Gib 30 bis 50 Milliliter Wasser von etwa 75 Grad dazu und schlage den Matcha klümpchenfrei auf.
- Fülle mit 150 bis 200 Milliliter warmer, aufgeschäumter Milch oder einem Pflanzendrink auf. Hafer- und Sojadrinks passen gut.
- Süße bei Bedarf mit etwas Honig, Agavendicksaft oder Zucker.
Für einen Iced Matcha Latte schlägst du den Matcha mit wenig Wasser auf und gießt ihn über ein Glas mit Eis und kalter Milch. Wie du Milch schäumst, steht in Milchschaum und Cappuccino. Weitere kalte Ideen findest du in Eistee selbst machen.
Matcha in der Küche
Einfacher Matcha eignet sich gut zum Backen und für Desserts. Er färbt Teige, Cremes und Eis grün und gibt eine herbe, grasige Note, die besonders gut zu weißer Schokolade, Sahne, Vanille, Sesam und roten Bohnen passt. Siebe das Pulver immer zusammen mit Mehl oder Zucker, damit es sich gleichmäßig verteilt. Hohe Backtemperaturen und lange Backzeiten lassen die Farbe olivgrün werden. Für leuchtende Farben eignen sich deshalb ungebackene Speisen wie Panna cotta, Tiramisu, Pudding oder Joghurt. Ein Teelöffel Matcha im Smoothie mit Banane und Spinat gibt Farbe und eine leichte Herbe.
Typische Fehler
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Klumpen | nicht gesiebt | Pulver immer durch ein feines Sieb geben |
| sehr bitter | Wasser zu heiß, zu viel Pulver, einfache Qualität | 70 bis 80 Grad, Menge prüfen, besseren Matcha wählen |
| kein Schaum | Besen zu langsam oder kreisend, zu viel Wasser | schneller aus dem Handgelenk, Zickzack, Wasser reduzieren |
| fade, heuartig | alter oder oxidierter Matcha | frische Dose, kühl lagern |
| Besen bricht | trocken benutzt, falsch gelagert | vorher einweichen, auf Halter trocknen |
Pflege des Bambusbesens
Spüle den Chasen nach jedem Gebrauch nur mit warmem Wasser aus, ohne Spülmittel. Stelle ihn mit den Borsten nach unten auf einen Halter oder mit den Borsten nach oben an einen luftigen Ort, damit er vollständig trocknet. In einer geschlossenen Schublade kann er schimmeln. Mit der Zeit brechen einzelne Borsten ab. Dann ist es Zeit für einen neuen Besen.
Matcha richtig lagern
Matcha ist eines der empfindlichsten Teeprodukte. Durch die feine Vermahlung hat er eine riesige Oberfläche, die mit Sauerstoff reagiert. Licht und Wärme zerstören Chlorophyll und Aroma, und das Pulver wird olivgrün und flach. Bewahre Matcha in der luftdichten Originaldose oder einem dichten Behälter auf. Viele lagern geöffneten Matcha im Kühlschrank, gut verschlossen, damit er keine Gerüche annimmt. Lass die Dose vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen, damit sich keine Feuchtigkeit bildet. Nach dem Öffnen schmeckt Matcha etwa drei bis sechs Wochen am besten. Mehr in Kaffee und Tee richtig lagern.
Häufige Fragen
Wie viel Koffein hat Matcha?
Da du das ganze Blatt trinkst, nimmst du pro Schale oft mehr Koffein auf als bei einer Tasse Sencha. Die Menge hängt von der Pulvermenge ab. Mehr in Koffein in Kaffee und Tee.
Kann ich Matcha ohne Bambusbesen zubereiten?
Ja, mit einem elektrischen Milchaufschäumer oder in einem gut verschlossenen Glas, das du kräftig schüttelst. Der Schaum wird gröber, für einen Latte reicht das völlig.
Ist Matcha gesünder als anderer grüner Tee?
Matcha enthält, weil du das ganze Blatt trinkst, mehr von allen Inhaltsstoffen, auch mehr Koffein. Gesundheitsversprechen, die Matcha als Wundermittel darstellen, sind nicht belegt. Trinke ihn, weil er dir schmeckt.