Eistee selbst machen: Cold Brew Tee, Schockkühlung und Rezepte ohne zu viel Zucker
Eistee aus echtem Tee: kalt aufgießen über Nacht oder heiß brühen und auf Eis abkühlen, die besten Sorten, Mengen, natürliche Süße, Rezepte mit Pfirsich, Zitrone und Minze, Hygiene.
Gekaufter Eistee ist oft vor allem eines: süß. Viele Fertiggetränke enthalten viel Zucker und wenig Tee. Selbst gemachter Eistee schmeckt dagegen nach dem, was er ist: nach frischem schwarzen, grünen oder weißen Tee, nach Früchten und Kräutern, so süß oder ungesüßt, wie du ihn magst. Die Zubereitung ist einfach und günstig, und mit zwei Methoden bekommst du ganz unterschiedliche Ergebnisse. Ein über Nacht kalt angesetzter Tee wird weich, süßlich und kaum herb. Ein heiß gebrühter und schnell abgekühlter Tee bleibt kräftig und aromatisch. Dieser Ratgeber zeigt beide Wege, die passenden Teesorten und einige erprobte Kombinationen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kalt aufgießen: etwa 8 bis 10 Gramm Tee pro Liter kaltes Wasser, 6 bis 12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Ergebnis: weich, süßlich, kaum bitter.
- Heiß brühen und abschrecken: doppelt so viel Tee wie üblich mit halber Wassermenge aufgießen, dann direkt über Eis gießen. Ergebnis: kräftig und frisch.
- Kräuter- und Früchtetee immer heiß aufbrühen und dann abkühlen, nicht nur kalt ansetzen.
- Fertigen Eistee im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von ein bis zwei Tagen trinken.
- Süßen mit Sirup statt mit Zucker, der sich in kaltem Tee schlecht löst.
Methode 1: kalt aufgießen
Beim kalten Aufguss ziehen die Teeblätter viele Stunden in kaltem Wasser. Bei niedriger Temperatur lösen sich die herben Gerbstoffe und Bitterstoffe nur langsam, die süßen und aromatischen Stoffe dagegen gut. Der Tee wird mild, rund, oft überraschend süß, und er wird kaum trüb. Das Prinzip kennst du vielleicht vom Kaffee, siehe Cold Brew selbst machen.
- Gib 8 bis 10 Gramm losen Tee in eine saubere Glaskaraffe.
- Fülle mit einem Liter kaltem Wasser auf.
- Decke die Karaffe ab und stelle sie in den Kühlschrank.
- Lass den Tee je nach Sorte 6 bis 12 Stunden ziehen. Grüner und weißer Tee brauchen eher 6 bis 8 Stunden, schwarzer Tee und Oolong 8 bis 12.
- Abseihen durch ein feines Sieb und in eine saubere Flasche füllen.
Methode 2: heiß brühen und auf Eis abkühlen
Diese Methode ist schneller und ergibt einen kräftigeren Tee mit mehr Struktur.
- Brühe den Tee mit der doppelten Menge Blätter, aber nur der halben Menge Wasser, mit der üblichen Temperatur und Ziehzeit. Für einen Liter Eistee also etwa 10 bis 12 Gramm Tee mit 500 Millilitern Wasser.
- Fülle eine Karaffe mit etwa 500 Gramm Eiswürfeln.
- Gieße den heißen Tee durch ein Sieb direkt auf das Eis. Er kühlt sofort ab und wird auf die richtige Stärke verdünnt.
- Umrühren und sofort servieren oder kühl stellen.
Das schnelle Abkühlen hält die Aromen frisch und verringert die Trübung, die bei langsam abkühlendem Schwarztee oft entsteht. Diese Teetrübung, auch „Cream down“ genannt, ist harmlos. Sie entsteht, wenn sich Gerbstoffe und Koffein beim Abkühlen verbinden, und tritt vor allem bei kräftigen Tees und hartem Wasser auf.
Welche Tees sich eignen
| Tee | Methode | Geschmack als Eistee |
|---|---|---|
| Ceylon, Assam, Darjeeling | beide | klassisch, kräftig oder frisch, gut mit Zitrone und Pfirsich |
| Sencha und chinesischer Grüntee | kalt | grasig, süß, Umami, wenig Herbe |
| Gyokuro | kalt | sehr süß und vollmundig |
| Weißer Tee, Bai Mu Dan | kalt | zart, Honig, Melone |
| Leichter Oolong | kalt | blumig, cremig |
| Gerösteter Oolong, Hojicha | beide | nussig, karamellig |
| Rooibos, Honeybush | heiß brühen, dann kühlen | süßlich, Vanille, ohne Koffein |
| Pfefferminze, Hibiskus, Früchte | heiß brühen, dann kühlen | erfrischend, fruchtig |
Mehr über die Sorten findest du in Schwarztee-Sorten, Grüner Tee und Weißer Tee.
Kräuter- und Früchtetee: erst heiß, dann kalt
Getrocknete Kräuter und Früchte können Keime tragen, die erst bei hohen Temperaturen sicher abgetötet werden. Für kalten Kräuter- oder Früchtetee gilt deshalb: Mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, mindestens fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und erst dann abkühlen. Warum das wichtig ist, erklärt Kräutertee und Früchtetee. Manche Hersteller bieten Mischungen an, die ausdrücklich für den kalten Aufguss gedacht und entsprechend behandelt sind. Achte dann auf die Hinweise auf der Packung.
Süßen mit Sirup
Zucker löst sich in kaltem Tee schlecht und sinkt zu Boden. Besser ist ein einfacher Zuckersirup: Gleiche Mengen Zucker und Wasser aufkochen, bis sich der Zucker gelöst hat, abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Für zusätzliches Aroma kochst du Zitronenschale, Ingwerscheiben, Minze oder eine Vanilleschote mit. Auch Honig lässt sich in etwas warmem Wasser lösen und dann zugeben. Beginne mit wenig Süße und probiere. Gut gemachter Eistee braucht oft weniger, als man denkt, besonders beim kalten Aufguss.
Rezeptideen
Pfirsich-Eistee: Einen Liter kalt aufgegossenen Ceylon-Tee mit einem reifen, in Scheiben geschnittenen Pfirsich und etwas Sirup mischen und einige Stunden durchziehen lassen.
Zitronen-Minz-Grüntee: Sencha kalt aufgießen, mit Zitronenscheiben und einigen frischen Minzblättern servieren.
Hibiskus-Ingwer: Hibiskusblüten und frische Ingwerscheiben mit kochendem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen, mit Sirup süßen, abkühlen und mit Orangenscheiben servieren.
Earl Grey mit Orange: Earl Grey heiß brühen und auf Eis gießen, mit Orangenscheiben und einem Zweig Rosmarin servieren.
Hojicha-Milch: Hojicha kalt aufgießen, im Verhältnis eins zu eins mit kalter Milch oder Haferdrink mischen.
Arnold Palmer: Halb Eistee, halb Zitronenlimonade, ein Klassiker aus den USA.
Hygiene und Haltbarkeit
Eistee ist ein guter Nährboden für Keime, besonders wenn Früchte, Kräuter oder Zucker darin sind. Achte auf diese Punkte:
- Saubere Gefäße: Karaffen und Flaschen vorher heiß ausspülen.
- Kühl lagern: Eistee immer im Kühlschrank aufbewahren, nicht stundenlang in der Sonne stehen lassen.
- Schnell verbrauchen: Am besten innerhalb von ein bis zwei Tagen. Mit Früchten und Kräutern eher am selben oder nächsten Tag.
- Sinnesprüfung: Riecht der Tee säuerlich, gärig oder ungewohnt, wird er schleimig oder bildet er Schlieren, gieß ihn weg.
Eistee für Gäste und Sommerfeste
Für eine Gartenparty oder ein Familienfest lohnt sich der kalte Aufguss besonders, weil du ihn am Vorabend vorbereitest und nichts mehr tun musst. Setze mehrere Karaffen mit unterschiedlichen Tees an, etwa einen schwarzen mit Zitrone, einen grünen mit Minze und einen koffeinfreien Rooibos oder Hibiskus für Kinder und alle, die abends kein Koffein möchten. Stelle den Sirup getrennt dazu, damit jeder selbst süßen kann. Früchte und Kräuter gibst du erst kurz vor dem Servieren in die Karaffen, damit sie frisch aussehen und der Tee nicht zu früh nach ihnen schmeckt. Beschrifte die Karaffen, damit Gäste wissen, was Koffein enthält. Stelle Eistee im Freien in den Schatten oder in einen Kühler, und fülle lieber öfter aus dem Kühlschrank nach, als große Mengen stundenlang in der Wärme stehen zu lassen.
Das richtige Wasser
Weil Eistee fast nur aus Wasser besteht, schmeckt man jeden Unterschied. Sehr hartes Wasser macht den Tee stumpf und fördert die Trübung. Gefiltertes Wasser oder ein stilles Mineralwasser mit wenig Mineralien ergeben einen klareren, frischeren Eistee. Mehr dazu in Wasserhärte für Kaffee und Tee.
Eiswürfel aus Tee
Wässriger Eistee entsteht, wenn Eiswürfel im Glas schmelzen. Friere einen Teil des Tees in Eiswürfelformen ein. Diese Tee-Eiswürfel kühlen, ohne zu verwässern. Für hübsche Gläser kannst du Minzblätter, Zitronenschale oder kleine Beeren mit einfrieren.
Häufige Fragen
Wie viel Koffein hat Eistee?
Selbst gemachter Eistee aus echtem Tee enthält Koffein, je nach Menge und Ziehzeit etwa so viel wie heißer Tee. Kalt aufgegossener Tee kann etwas weniger enthalten. Koffeinfreie Alternativen sind Rooibos, Kräuter und Früchte. Mehr in Koffein in Kaffee und Tee.
Kann ich Teebeutel für Eistee verwenden?
Ja. Ein Teebeutel enthält meist etwa 1,5 bis 2,5 Gramm Tee. Für einen Liter kalt aufgegossenen Eistee nimmst du entsprechend vier bis sechs Beutel.
Warum wird mein Eistee trüb?
Beim langsamen Abkühlen kräftiger Tees verbinden sich Gerbstoffe und Koffein. Schnelles Abkühlen auf Eis, kalter Aufguss oder weicheres Wasser verhindern das weitgehend.